HERZLICH WILLKOMMEN

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„Morgen ist schöner“

Sehr aufmerksam verfolgte das interessierte Publikum kürzlich im Bad Ischler Pfarrheim den Erzählungen des gebürtigen Syrers Omar Khir Alanam, der auf Einladung von Stadträtin Ines Schiller nach Bad Ischl gekommen war. Um nicht zum Militärdienst eingezogen zu werden, flüchtete er 2011 vor dem Assad-Regime zunächst in den Libanon und dann in die Türkei. Mit einem Schlauchboot gelangte er nach Griechenland, mit einem Schlepper durchquerte er Serbien und erreichte schließlich Österreich. Obwohl er auf seiner Flucht viel Schreckliches erlebt hat und auch die erste Zeit in Österreich schwierig war, hat Omar Khir Alamam seine Lebensfreude nie verloren und sich mit dem Satz „Morgen ist schöner“ stets die Hoffnung auf einen neuen Anfang bewahrt. Im Vorjahr erschien sein Buch „Danke: Wie Österreich meine Heimat wurde“, das er allen widmet, die ihn in den letzten Jahren unterstützt haben. Omar betont, dass manchmal nur eine kleine Geste, ein Lächeln hilft, sich willkommen zu fühlen.

Schülerinnen der HLW erhielten die Gelegenheit, an einem Workshop mit Omar Khir Alanam teilzunehmen. Omar erzählte auch hier von seinen Erfahrungen auf dem Weg nach Österreich, aber auch, wie bedeutungsvoll es für ihn war, dafür Worte zu finden und sie aufzuschreiben. Damit eröffnete er den Jugendlichen einen neuen Zugang zum Schreiben, das in der Schule meistens als mühsame Pflicht und als notwendiger Leistungsnachweis erlebt wird. Das Aufschreiben ist auch eine Form, Erlebnisse zu verarbeiten, die einen Menschen an seine Grenzen bringen: Geringschätzung, Erniedrigung, Gewalt. Omar Khir Alanam gelingt es aber auch, Momente in Worte zu fassen, in denen geschenkte Liebe und Glück erfahrbar werden und Dankbarkeit spürbar wird.

Besonders bewegt hat die Schülerinnen, dass er trotz vieler grauenvoller Erfahrungen immer wieder neue Hoffnung gefunden hat und eine ansteckend positive Lebenseinstellung ausstrahlt.

www.omarkhiralanam.com


 

Jazz and Literatur V - " So tun als ob es regnet" Iris Wolff & Hugo Siegmeth & Axel Wolf

Eine Sternstunde im Wechselspiel von Literatur und Musik erlebten die Gäste vergangene Woche im Bad Ischler Pfarrsaal bei der fünften Ausgabe von Jazz und Literatur, einer bewährten Kooperation der Ischler Pfarrbibliothek mit den Bad Ischler Jazzfreunden.

Die deutsche Autorin Iris Wolff las aus ihrem vielfach preisgekrönten Roman »So tun, als ob es regnet«, in dem sie die Geschichte einer Familie in und außerhalb von Siebenbürgen in vier das letzte Jahrhundert umfassenden Erzählungen beschreibt. Jede Erzählung könnte für sich stehen, aber das Besondere an dem schmalen Buch ist, auf welch kunstvolle Weise die vier Teile miteinander verwoben sind. In bewundernswert sprachlicher Klarheit - hier ist kein Wort zu viel und keines zu wenig – und mit einem liebevollen Blick auf ihre Protagonisten schildert Iris Wolff, wie historische Ereignisse die Lebenswege von Einzelnen prägen. Als sehr beglückend bezeichnete das Publikum im Bad Ischler Pfarrheim das harmonische Wechselspiel von Text und Musik. Iris Wolff verwendet sehr poetische Sprachbilder, die von den beiden Musikern improvisierend aufgegriffen und weiterentwickelt wurden. Aus völlig unterschiedlichen Epochen webten Lautenspieler Axel Wolf und Jazz-Saxophonist Hugo Siegmeth völlig zeitlose, stimmige und stimmungsvolle Klänge. Die Musik, die man mit Laute oder Theorbe sowie Tenor- oder Sopran Saxophon verbindet, könnte unterschiedlicher nicht sein. Bekannterweise liegen zwischen Renaissance und Jazz mehrere Jahrhunderte. Aber die zwei Instrumente umspielten sich so sanft, dass sie zwischen oder zu den gelesenen Texten wie aus einem Guss erklangen. Der Abend endete mit viel Applaus für die eigenen Improvisationen der beiden Musiker und für die sprachgewandte Schriftstellerin, deren Bücher man unbedingt lesen sollte. 

 © Gigler

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Melanie Laibl begeistert die Kinder im Rahmen ihrer Lesereise mit ihren übermütigen, tollen, witzigen Erzählungen und Ideen!


   

Anlässlich der Dekanatsvisitation kam es zu einer Begegnung der Bibliothekarinnen der vier Pfarrbibliotheken des Dekanats Bad Ischl mit Bischofsvikar Wilhelm Viehböck in der Pfarrbücherei Pfandl. Pfarrer Tomaz Klimek und Christian Pichler, der als Leiter des Katholischen Bildungswerks auch für die Pfarrbibliotheken zuständig ist, nahmen am Gespräch teil. Die Mitarbeiterinnen der Bibliotheken St. Wolfgang, Pfandl, Bad Ischl und Ebensee präsentierten ihre Arbeit, nutzten aber auch die Gelegenheit über verschiedene Probleme und Herausforderungen zu sprechen.

Die Berichte legten dar, wieviel an qualitätsvoller Arbeit die Bibliothekarinnen ehrenamtlich leisten. In den Gesprächen zeigte sich auch: Es ist Potential da, um wesentliche Impulse zur literarischen Bildung und zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen zu setzen und damit die schulische Arbeit zu unterstützen. Gäbe es entsprechende Mittel, Förderungen und Strukturen, gäbe es auch gesetzliche Rahmenbedingungen (wie beispielsweise in Südtirol), könnten Bibliotheken einen wichtigen, durchaus notwendigen bildungspolitischen Beitrag leisten! 

                                      


 

Gratis-Lesestoff zum Schmökern, zum Vor-Ort-Lesen oder zum Mitnehmen fanden die Reisenden zwischen 14. und 27. Oktober 2019 auch auf dem Bahnhof Bad Ischl

Kaum eingeräumt, war das Interesse schon geweckt!

    


 

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019: Norwegen

Unsere Medienliste: Literatur aus Norwegen